Jetzt bin ich weg und doch noch nicht voll drin. es geht alles gut hier, habe bereits einige backpacker getroffen und werde wohl selten alleine sein. nach der muehsamen reise habe ich mich in lima bei familia rodriguez einquartiert (einem wertvollen tip von fanny in letzter minute). da es mir hier gefaellt bleibe ich wohl eine woche in lima um mich innerlich abzukochen. tatsaehlich ist es hier ein bizli laut (tag und nacht), hat strenge gerueche und pulsiert. dennoch erlebe ich eine freundlichkeit der menschen die so gut tut. man sieht sich und man laechelt sich an und man spuert dabei eine art der verbundenheit, des gegenseitigen bejahens fuer bruchteile von sekunden. einem durchschnittlichen schweizer muss es sofort aufffallen; wir verziehen ja gerne unsere gesichter sobald wir unter leuten sind. ich frage mich ob es mehr ein selbstschutz ist, ein sich abgrenzen um niemanden an sich heran zu lassen oder (wie ich es selber kenne) dass einem vor lauter aufgab! en und pendenzen das lachen vergeht.
hier hat man zeit und man spricht mit allen (fremden) leuten so als kennte mach sich seit kindheit. an jeder kreuzung bei jeder ampel. das taxi fahren ist sehr lustig, ein super chaos mit spurwecheseln alle paar sekunden. blinken tut man nicht dafuer umso mehr hupen. dann gibte es noch die busse (VW, Toyota, ja roefe die sind hier volll gut drauf). oft muss ich stehenbleiben ob diesen sich doch noch bewegenden alten kisten. ich wurde am flugahefn von einem vwtyp1 abgeholt, mit etwas mehr als 20 jaehrchen. nun hat es diese busse ueberall (meine ch-vw-bus ist im vergleich neu!) und neben dem fahrer hat es den Schreier der die Leute ueberall aufgabeln will. es ist guenstig und man sagt ein bizli gefaehlicher denn taxi die auch guenstig sind (halbe stunde 3 soles=1.50chf).
a propos gefahr. lima ist nicht gerade die vorzeigestadt suedamerikas. aber es ist auch nicht sonderlich schlimm wenn man sich achtet. ich nehme nie etwas mit in die statdt, nur ein bizli muenz und bin grundsaetzlich bereit jederzeit meine sachen (durch messer-aufforderung) den besizter wechseln zu lassen. im gossen ganzen wird viel geraubt und gestohlen, im gegensatz zum sueden von frankreich oder der langstrasse ist koerperliche gewalt meist tabu.
bleibt man im zentrum unter den leuten, ist nicht allein und tritt nicht auf wie ein weltenbesitzer siehe george f* bush so kann man glaub gut hier zurechtkommen.
der mann vom internetcafe weist micht (freundlich) darauf hin dass meine zeit um ist.
nach eine chugo de naranja con leche in einer strasse wo man zahnarzt und gymnaekologenstuehle samt zugehoerigen werkzeugen kaufen fand ich dieses cafe. ich werd mich mal weier umsehen.
mit jean aus frankreich, gioanna und ihrer freundin aus lima habe ich viel spass.
bald mehr aus nasca oder machupichu, andu
Ich gruesse euch noch immer aus Peru. Jetzt aus Arequipa auf 2000; auf dem Weg zum Titicacasee und dem MachuPichu. Arequipa ist die zweit groesste Stadt Peru’s und viel angehmer als Lima: Weniger Laut und uebersichtlicher. Es hat recht viele Hostels die meisten sind leer. Zum einen ist die Saison ein bizli vorbei und zum andern haben wir hier seit einer Woche "Paro". Dabei protestieren die ColaBauern, Lehrer und Transporteure. Es gibt also keinen Busverkehr in Peru und die schoenen und guenstigen grossen Busse sind in Lima blockiert. Die Ausgange der Staedte werden einfach von Lastwagen gesperrt und am Anfang wurden Busse mit Steinen beworfen. Gestern haben in Peru 250'000 Lehrer protestiert. Ich war gerade in der Bank als ein 20 Minuetiger Umzug vorbeikam. Die Bank schloss und wir mussten warten. Aenfanglich (vor einer Woche) waren es die Cola-Bauern die nunmehr 3 anstatt 2 Soles pro Einheit Cola fordern. (Man macht nicht nur Drogen aus Cola...). Danach kamen die Transporteure und jetzt eben die Lehrer. Dazu ein Wort:
Ein Lehrer in Peru verdient ganz schlecht und dann oftmals auch Monatelang ohne Auszahlung. Ich kenne einen Geschichtslehrer, er verdient 130 Dollar im Monat und braucht 90 Dollar fuer ein eigenes Zimmer in Lima. Ja sie sind alles Lebenskuenstler...denn er war zufrieden und hatte schon einiges in Peru bereisen koennen.
Aber mam mache sich keine Sorgen der Proteste wegen. Es ist etwa gleich normal und friedlich wie in Italien...
Nun komme ich also von Lima ueber Pisco (Pinguine und Seeloewen) nach Ica (Ja James, Sandboarden in Huacachina) nach Nazca (fragliche nur aus der Luft sichtbare uralte Zeichnungen in Wueste mit 2 Minuten Regen pro Jahr / ich bin mit kleinem Flugi drueber geflogen fuer 30 dollar; ein uralter traum von mir. VonDaeniken hat seine eigenen Theorien und wird sie euch am bald eroeffnenden MisterzPark kundtun...). Danach bin ich weiter nach Chala (Nettes Kaeffchen am Meer wo ich neben Gabriel aus Winterthur der einzige Gringo war) und mit diversen Verkehrsmitteln nach Arequipa wegen den Protesten. Nur soviel: Einmal waren wir 10 Leute in einem ToyotaCorolla; 3 vorne, 4 hinten und 3 im Kofferraum. Naja alles geht irgendwie.
In Arequipa will ich fuer ein/zwei Wochen meine Ruhe finden. Die Preise sind super variativ denn es ist ein Touristenort. Geht man nicht ganz ins Zentrum so schlaeft man fuer 5 Sfr und isst ein mehrgangiges Menu fuer 1.25. Ein Liter Rum mit Cola kostet 2.50 Sfr (nix Alki aber wir haben gelegentlich ein Festchen). Eine Cola 25 Rappen. Man muss nur wissen wo. Dazu habe ich ja Pepe, ein Peruaner und Mountain-Guide der z.Zt. auch nicht viel los hat und mich tagelang begleitet. Gestern habe ich fuer 300 US-Dollar Inca-Totems gekauft und in die Schweiz schicken lassen. Sie sind hoffentlich bald (+1mes) bei Roefe in Rubigen zu bestaunen. Dies war aufregend und lustig. Ein Polizist im Zollamt hat ewig dran rumgeklopft und geschnueffelt ob es wohl darin kiloweise illegales peruanischespulver hat. Von Drogen merkt man (wenn man wie ich kein Bedarf und Intersse hat) hier gar nix. Ab und zu begenet man ein paar glaenzigen und nervoesen Augen aber sonst...
Die Rucksack-Reisenden sind auch ein paar Worte wert: Es gibt sie in Massen und sie kommen vorwiegend aus Europa (we are sooo rich), Israel, Australia und USA. Also kommen sie von ueberall her wos geld hat und es gibt keine Nationalitaten oder Grenzen. Alle sind Gleichgesinnt und man hat es zusammen oftmals wirklich einfacher (vom taxi teilen, nicht alleine durch nacht laufen, mengenrabatten in restaurants und gemachten und ausgetauschten erfahrungen). Als alleine Reisender Schweizer fuehle ich mich zur Zeit aeusserst wohl. Ich spreche ja Frz, De, Engl und bizli Spanisch und kann mich so eigentlich mit allen unterhalten; ein grosses Privileg sag ich euch. Man mag die Schweizer uebrigens ueberall gerne und als Student habe ich die Moeglichkeit nicht reich sein zu muessen...
Also sind wir Reisenden eine grosse Familie, eine Zweckgemeinschaft wo fast jeder mitmachen kann. Man versteht sich sofort mit allen gut und geht gegenseitig aufeinander zu. Ich sage jerweils bloss "Hola, Yo soy Andi de Suiza" und schon gehts los. Die holen mich dann im Hotel ab zum Ausgehen, Essen oder Weiterreisen.
Seit auch lieb zueinander. Kisses from Andi, viejo y pendejo
Hier kommt der naechste Schub Information vom Andi aus der Ferne. Bin immer noch in Peru aber wohl nicht mehr allzu lange. Das hat weniger mit Ausnahmezustaenden als mit Weiterreisegeluesten zu tun. Nach einem Monat habe ich mich langsam gut ans Rucksack-Bus-Hotelleben gewoehnt, ich finde jetzt meist meine Sachen auf Anhieb und habe eine gewisse Lebensordnung entwickelt.
In den letzten zwei Wochen habe ich einiges gesehen und erlebt, hier ein Auszug
Totale Mondfinsterniss in Peru; das war super eindruecklich. Wir sind stundenlang im Garten gesessen und haben uns wieder mal gewundert warum der Erdschatten genauso gross ist wie die Mondscheibe. Zufall? Seit August 99 nicht mehr so gestaunt.
Velotouren um Arequipa; als Alternativtourist habe ich mit Claudia aus Deutschelande und Gabriel dem Swissairmecanico Pepes-Velos ausgeleiht um die Gegend abzuradeln. War ja nie so der Velofan und das Gesaess tat weh aber die Moeglichkeiten und die Naehe zu den Dingen auf dem Velo sind genial. Ralf tut schon das richtige in seinen Ferien. (Wohin gehts denn dieses Jahr?)
Camping auf 4350 Meter; auch mit Claudia und auch mit Pepes Zelt und Matten (ausgeliehen gegen meine Perulandkarte die ich nicht mehr brauche) um zu dem Salzsee (Salinas) oberhalb von Arequipa zu wandern und zu campieren. Endlich mal mein Rucksack wirklich gebraucht und nicht bloss wie sonst immer vom Bus zum Taxi und zum Hotel geschleppt. Die Gegend dort oben ist ziemlich verlassen und karg. Es gibt pro Tag nur einen Bus; 2 Stunden schuetteln lassen auf Naturstrasse und wir waren die einzigen Gringos (P.S. Gringo = Green Go, Im Bezug auf die Gruenen Dollarnoten und deren unerwuenschte Besitzer). Die Nacht war sehr sehr kalt und ich habe Sterne gesehen, sooo viele, auch Sternschuppen. Die Milchstrasse sieht wirklich aus wie Milch, einfach ein weisses Band am Himmel. Felt so free. Das Wasser im Zelt war am Morgen gefroren und hat sich ueber einer Kerze wieder aufgetaut. Campen ist cool.
Das Pflicht-Touristenprogramm beendet: MachuPichu und Lake Titicaca. Also zuerst von Arequipa mit Bus nach Puno und dann zwei Tage mit Schiff auf dem Titicacasee. Eindruecklichste Naturbilder auf 3800 Meter. Es gibt Uros, Ureinwohner die auf Floating Islands, Schilfinseln leben. Richtige Kommunen mit Schule und Arzt. Dabei werden kuenstliche Inseln aus Schilf gebaut: einfach immer wieder Schilf auf Schilf legen bis es traegt. Auch deren Boote sind aus Schilf und mit wenig Schnur zusammen gebunden. Uebernachtet haben wir dann mal ohne Strom Strasse und Wasser auf einer festen Insel bei einer Familie (Taquile). Das war sehr schoen und angenehm. Gabriel lernt Shiatsu und hat mich unter freiem Himmel bei perfekter Scenery eine halbe Stunde behandelt; ich bin geflogen...
Machu Pichu auch mit Gabriel. Anstatt der teuren Incatrail Trekkingtour (in Cusco gibts 100erte von Agenturen) sind wir auf eigene Faust mit Bus und Zug nach AguasCalientes gereist um von dort in zwei mal 1.5 Stunden Fussweg auf den Machu Pichu und auf den HuaynaPichu (j&l!) gewandert. Dort oben, 300 Meter ueber MachuPichu, der geheimnissvollen Inka-Tempelanlage im totalen Abseits der Anden, hatte ich wieder einen kurzen Moment der Klarheit, des bei sich selbst Seins und der ungetruebten vollkommenen Bejahung meines kleinen und doch so wundervollen Erdenlebens. MachuPichu ist berauschend und inspirierend, wir waren fast bei Sonnenaufgang oben, taeglich kommen 3-5000 Touristen. In Cusco, der aeltesten durchgehend bewohnten Stadt Sudamerikas und ehemaligen Hauptstadt des Inkareiches welches von Quito bis Santiago reichte gibt es die viel diskutierten und perfekt fittenden Inkamauern. Die sehen aus wie von einer andern Welt. Grosse und kleine Steine in Formen so aneinander gepasst dass es kaum Luftspaelte gibt, und das auch noch nach 500 Jahren und einigen Erdbeben. Die Mauern sind ueberall zu finden, wie die Pyramiden in Aegypten kann man heute ob deren Enstehung nur raetseln: So perfekt und aufwendig.
Cusco hatte auch gerade ein Treffen aller 19 Praesidenten von Sudamerika, dort war bizli Stimmung wie wohl jetzt gerade bei euch in Evian. Das Gute daran war die Autofreie Stadt fuer 2 Tage. Oft, und speziell in der Hoehe, stinken und rauchen die Busse und Taxis in den Staedten zum Himmel. In London traegt man Schutzmasken, hier isst man am Strassenrand – ich versuche jeweils durch die Nase zu atmen. Musste auch viel Husten. Also Cusco ist sehr schoen und speziell; so fest dass es zu einem richtigen Touristenmekka Sudamerikas wurde. Drum gibts da so viele Schuhpuzter und Strassenverkaufer dass man nicht 2 Minuten ruhig an der Plaza de Armas sitzen kann ohne „Hellou my friend, buy a postcard"-Leute abzuwimmeln. Eine liebe Hollaenderin mit der ich essen war wurde angespuckt und dabei beraubt; mir koennte das natuerlich niiiie passieren (grins).
Die Inka-Treppen sind auch eine Zeile wert. Die ganzen Anden-Berge sind mit Treppen ueberbaut auf denen man angepflanzt hat. Ich habe mich oft gefragt wer wiso so viele Treppen bis hinauf u fast unzugaenglichen Bergspitzen gebaut hat. Restzeichen einer Hoch-Kultur. Kaum 1 Prozent der Treppen werden noch benutzt.
Ausnahmezustand in Peru: Jetzt ist es also offiziell und die ganze Welt weiss es. Ich wurde einmal beim Mittagessen von Traenengas ueberrascht und habe im Busterminal Busse mit vollfies eingeschlagenen Scheiben gesehen. Musste danach eine ganze Nacht Busfahren (Umweg uber Schotterpiste die nicht blockiert war) und es war bizli mulmig - verlief aber ohne Zwischenfaelle. Seit Toledo (Praesident) den 30 taegigen Ausnahmezustand verheangt hat sind die Strassen wieder offen(er) aber die Proteste gehen munter weiter, leider jetzt mit Militaergegenwehr auch blutiger. Das Militaer ist jetzt mit Panzern und Soldaten ueberall praesent. Wurde vorgestern auch mit Polizeischutz zum Hotel begleitet war aber Zufall und keine Regel. Als Vergleich fuehlt sichs halt an wie am 1. Mai in Zueri: Man weiss dass es Tumulte gibt und auch ziemlich genau wo und kann dementsprechend ganz gut ausweichen. Die Beweggruende der Proteste sind komplex und vielfaeltig.
Zum einen ist Peru wirklich ein armes Land das nicht mal seine Schuldzinsen bezahlen kann wie die ganzen andern Latinolaender auch. Das ist doch auch eine nette Form der Abhaengigkeitserzeugung und Versklavung... Nb. Bemerkt haben ja fast alle Laender der Erde schulden die staendig wachsen (oder Massenvernichtungswaffen wie z.B. elektrische Brotmesser). Um es in einer schoenen Expo-sprache zu sagen: Quo Vadis el mundo? Broeckelt es am Fundament oder nur an der Fassade? Protestieren und streiken wir uns jetzt wieder weltweit ins Glueck?
Zum andern nimmt man an dass pro Exportdollar in Peru gleichzeitig auch ein Coladollar fliesst. Legale und illegale Exporte halten sich hier also die Stange und die Drogenkartelle sind entsprechend (einfluss-)reich. Denen beliebt eine gewisse Unordnung im Staat und solche Potestwellen werden entfacht und auch finaziell unterstuetzt. Da Masse ja bekanntlich traege ist, wissen viele Leute gar nicht so genau warum sie protestieren, fuer Aenderung und Besserung halt. Also protestieren sie alle, natuerlich schon berechtigt, die Lehrer, die Bauern, die Chauffeure, die Polizisten. Loesung gibts es realistisch gesehen keine Befriedigende. Heute schreien sie: Urgente urgente, Nuevo Presidente.
Vor 500 Jahren kamen die Spanier hier angeduest um das Inkagold von den Hauswaenden zu schaben und auch sonst alles zu mitzunehmen (Pizarro). Sie brachten dafuer Seuchen wogegen die Latinos nicht immun waren und haben es zT. Geschafft die indigene Bevoelkerung um 95% zu reduzieren. Die dadurch fehlenden Arbeitskreafte hat man durch Afrikanische Sklaven ersetzt. Mit Religion laesst sich ja immer einiges gutreden und der heutige Latino ist immer noch sehr religioes; er kann kaum an einer Kirche vorbeigehen ohne sich zu bekreuzigen.
Sonst so habe ich mir einen CD/mp3-Discman gekauft und erwerbe CD‘s fuer etwa 1-2 SFr. Es lebe die Piraterie; hier ists richtig offenkundig, auch der Polizist und der Anwalt kaufen sich die gut gefaelschten Werke ueberall in Laeden am Strassenrand. Die neuen CD‘s von Madonna und Tricky gefallen mir super gut. By the Way, habt ihr das neue und sogleich verbotene Madonnavideo gesehen? Ist sicher im Netz irgendwo erhaltlich und fuer proude Amis ein moralischer Tiefschlag.
Beste Gruesse aus dem Sueden mit einem Zitat (Autor ein Freund unter den Adressenten) :
...und so verknuepfen sich die Schicksale im unermesslichen Gewebe der Moeglichkeiten um neue Muster zu bilden.Wer sich frei macht, unerschrocken in den flow eintaucht, los laesstund seinem Herzen folgt wird am Schluss mit vollen Haenden da stehen - egal wie dieser Schluss auch sein mag...
Andu
Hier wieder ein Update des Geschehehen und Erlebten...
Nach meiner kleinen Magenverstimmung bin wieder Richtung Titicacasee um von da Bolivien (Copacabana = Kaff am See oder Strand in Rio) zu erobern. Man laeuft zu Fuss ueber die Grenze, holt die Stempel und kann dann wieder den Bus besteigen. In Copacabana war grad Fiesta del Pescado, also hab ich Trucha gegessen. Vor meiner Hotelzimmertuer wurds am Morgen richtig laut und als ich nachschaue hocken da 7 Bolivianer, einer Betrunkener als der Andere. Auch auf der Strasse (bin vom Hotel gefluechtet weil mich einer immer umarmen wollte: Hermanos /Brueder..) waren sie betrunken und ich fragte Einen was los sei: "Costumbre, also einfach alltaeglicher Brauchtum... Nach einer Huegelbesteigung mit Meditation (man muss auch manchmal seine Kraefte holen und buendeln.., die Sicht auf den Titicacasee ist brillant) und einem Besuch des Gottesdienstes (hat zufaellig begonnen und ich hab mich dazugesetzt; nicht allzu viel verstanden und brav allen die Haende geschuettelt; Draussen waren ja alle
Besoffen, Drinnen eine imposante goldige und kuehle Kathedrale; Copacabana ist ein Pilgerort) gings dann weiter mit dem Bus nach
La Paz, der groessten Stadt Boliviens auf 3600 Meter.
Kaum da angekommen werde ich mit Bier bespritzt; der bekannte Trick wo dann die Taeter zu Helfern werden um mich wieder zu reinigen und beklauen wollen; ich hab sie zum Teufel gejagt und war bizli geschockt und sauer. Fand dann nach einer Stunde rumsuchen ein preiswertes Hotel: "The Million Dollar Hotel" wie sich raustellte; eher ein Stundenhotel wie ich am naechsten Tag wusste und sogleich umzog. La Paz ist eine grosse und lebhafte Stadt, sie lebt vom Handel und der findet auf dem Trottoir statt. Auffallend sie die (Bankraeubermaessig) vermummten Schuhputzer. Ich wandere fuer 4 Tage in der Stadt herum und kaufe einige mp3-CD's mit Komplettwerken von Beatles und PinkFloyd fuer 2 Sfr. Der Besuch einer Univorlesung in Chemie (bin grade daran vorbeispaziert), der Matrix2 Film im Kino, ein Coiffeurbesuch und ein Ausflug zum hoechsten Skigebiet der Welt, dem Chacaltaya auf 5300 Meter (atmen...) runden meinen La Paz Besuch ab. Das Gefaengnis kann man nicht mehr besuchen, scheinbar aus
humanitaeren Gruenden. Darin zu sehen war bisher eine Klassengesellschaft wo die Reichen Hotelmaessige Zellen mit Kabel-TV und Frauenbesuch haben und die Armen auf dem Kuechenboden schlafen. Ich bin dann weiter gereist, 15 h holprige Busfahrt. (Ueberigens die Busfahrten sind meist holprig da Naturstrassen und mit regelmaessigen Reifenpannen verbunden, die fahren hier unsere alten 1-Welt Pneus zu Ende)
Ankunft Morgens um 04:45 in Uyuni, was immer ein schreckliches Erlebnis ist um diese Zeit eine Unterkunft zu suchen.
Salar de Uyuni
Ist die weltgroesste Salzwueste. Dort liegt Salz seit 10'000 Jahren auf der Erdoberflaeche und bis 20 Meter tief. Man meint es sei spiegelndes Wasser oder Schnee, so weiss leuchtet es in allen Richtungen bis zum Horizont. Wir sind mit einem Jeep 100km reingefahren zu einer Insel wo wir Lama und Reis zum Zmittag gekriegt haben, es war koestlich. Die Landschaft ist ziemlich eindruecklich, ein anderer Touri meinte: "This is a nice programm of the Matrix". Das Kaff Uyuni ist es eher weniger, also bin ich am naechsten Tag weiter nach
Potosi,
welches bekannt fuer seine Minen (Gold, Silber, usw.) ist. Es war vor 600 Jahren die reichste Stadt Sudamerikas, heute eher am kaempfen da die Rohstoffpreise fallen und der Abbau schwieriger wird (immer tiefer im Berg). Zudem liegt es auf 4000 Meter und ist nicht gerade super zugaenglich. Da habe ich Petra aus Deutschland getroffen die mit mir ein paar Tage teilte (ich hoff wir sehen uns in Brasilien wieder). Zu der Minenbesichtigung musste ich dann alleine hin, hatte selber Zweifel wegen Platzaengsten aber es ging prima. Wir waren ueber eine Stunde 1km tief im Berg mit Helm, Stirnlampen und Schutzkleidern. Sind dabei Leitern hoch und runter und haben beim Loecher boren, beladen mit Sprengstoff und dem Sprengen zu-geschaut/-gehoert. Die Detonation liess Waende erzittern und Kleider flattern. Es war gefuerchig und hat meinen Adrenalinspiegel fuer Stunden angehoben.
Ein Wort zu den Minenarbeitern:
- Man lebt im Durschschnitt 10 Jahre nach Beginn in der Mine (Staub und Gifte, Explosionen, Einstuerze und Unfaelle)
- Man verdient 3 mal so viel wie ein Lehrer, und das ohne Ausbildung (100 bis 150 Dollar pro Monat)
- Es gibt im Berg 300 Minen, 8000 Arbeiter und davon 300 Kinder
- Die Jobs bleiben in der Familie, es gibt sowiso nicht viel Arbeit in Bolivien
- Die Minenarbeiter werden verabscheut und gehoeren zur sozial niedrigsten Klasse
- Man trinkt in der Mine 95%-igen Alkohol und kaut Cola (hab beides probiert, Cola kauen ist ein Nationalhobby in Peru und Bolivien, mir schlaeft jeweils das Zahnfleisch ein)
- Frueher kostete der Abbau 6 Menschenleben pro 1/2kg Silber und der Wert eines Tieres entsprach dem von 50 Sklaven!
- Seit 1545 sind in den Minen 8 Millionen Menschen umgekommen, hauptsaechlich Indios und Afrikanische Sklaven
- Die Gaenge sind eng und die Temperatur variert von 12-60 Grad, die Arbeiter sind dreckig und schwitzen und fluchen. => Muy duro!
- Es werden Lamas geopfert und das Blut im Hoehleneingang verteilt, dazu gibt es eine Heiligenfigur in jeder Mine die beschenkt wird fuer Glueck und Wohlwollen von PachaMama (Mutter Erde)
Ein Besuch der Geldpraegeanstalt und das abendliche Essen mit Petra in langer Thermounterwaesche mit anschliessender Flucht in den Schlafsack runden meinen 4 Tage Aufenthalt da ab und ich reise weiter ueber Sucre nach
Villa Montes,
einem Kaff nahe der Argentinischen/Paraguayanischen Grenze auf etwa 600 Meter ohne Teerstrasse und ohne Touristen. Die Fahrt hat 23 Stunden gedauert und war -natuerlich- holprig. Ich kriege ein Zimmer ohne WarmWasser und hier solls Malaria geben, also beisst es mich (psychologisch) immer ein bizli. Die Gegend die hier beginnt heisst Gran Chaco, eine Savanne die bis weit in Paraguay reicht und Loros, Taranteln und Anacondas beherbergt. Gehe auch frueh ins Bett um Morgen 05:45 einen neuen Bus fuer nochmals 23 Stunden zu besteigen, diesmal nach
Asunción, Haupstadt von Paraguay.
Die Reise geht langsam vor sich, einmal muss ich dem wegfahrenden Bus nachrennen (hat meinen Rucksack!) weil der die 30 Minutenpause nach 15 Minuten fuer beendet sieht. Ich war, angelockt vom Gezwitscher einer Grille, grad bizli abwesend: Nach 6 Wochen wirds endlich mal wieder bizli sommerlich und es hat sogar schon geregnet was es in den Anden nie tat.
Die langen Busfahrten sind natuerlich anstrengend aber auch irgendwie wertvoll. Gelegentlich laueft so im Halbschlaf mein bisheriges Leben Glasklar an mir vorbei und ich verstand: Ich habe schon viel erleben duerfen bisher. (Celestine: Lange Wanderungen sind reinigend). Der Grenzwechsel und die "Revision"; eine Gepaeckkontrolle wegen Drogen laufen auch ganz gut:
Wir steigen alle mit unserm Gepaeck aus dem Bus und stellen uns in einer Reihe, jeder hinter seinem Gepaeck auf. Der Drogenhund macht ein paar Runden und an Tischen werden wir einzeln durchsucht. Der 25-jaehrige Fahnder interessiert sich eher fuer meine Reise und die Schweiz denn fuer mein Gepaeck. Zum Glueck; ich haette nicht mein schoen verstautes Zeug hier im Dreck vollstaendig ausbreiten wollen... Er schaut sich ein paar Sachen an und winkt mich weg: "Muy amable", sehr sympatisch fand ich ihn auch..
Auf dem weiteren Weg kommt alle 20 Minuten ein Polizei-oder Militaerposten und immer will einer das Ladefach im Bus kontrollieren, was aber ohne unser Zutun ablaeuft und aber Zeit kostet.
Also kommen wir (wieder mal) um 04 Uhr Morgens an in Asuncion. Ich habe zum Glueck bereits einen "Freund" (faehrt 2 mal pro Woche die Strecke um hier guenstige Elektronische Geraete zu kaufen fuer's teurere Bolivien) der mir alles erklaert und mich mit nimmt zu seinem Hotel was natuerlich gut, guenstig und auch bedient ist um diese Zeit. (Welche Hilfe!) Ich lasse mich um 7 Uhr von ihm wecken um mit auf seine Einkausftour zu gehen, als ich geduscht habe ist er schon weg. (Will wohl ohne stoerenden Gringo seine Geschafte tun..) Die Stadt Asuncion gefaellt mir sehr gut, es lauft was und ist (i.vgl. zu Bolivien sehr modern). Ich will hier ein paar Tage bleiben um mich von den langen Fahrten zu erholen. Zudem ist´s hier sehr sehr guenstig was meinem Budget im Hinblick aufs teurere Brasilien gut tut.
Mit ein paar Hafenarbeitern habe ich am Sa-Nachmittag ziemlich viel Bier trinken muessen: es wurde spendiert und ich konnte nicht ausweichen - hab mich wacker gehalten... Jene Hafenarbeiter haben gar keine Ferien und arbeiten auch 6 Tage die Woche. Die Freizeit wird wohl hauptsaechlich in Bier umgesetzt. Von vielen Seiten werde ich immer wieder gewarnt; Paraguay ist nicht gerade das sicherste Land in Sudamerika: "Trau Schau Wem.." Natuerlich bin ich wie immer vorsichtig.
1 Liter Bier kostet 1 Sfr / Das Hotel 3 Sfr/ Eine Riesenmittagsessen mit etwa 3 Koteletts auch 1Sfr. Paraguay lebt wie auch Argentinien grossenteils von Viehwirtschaft was den Fleichessern hier absolut zu Gute kommt. Die Grillieren schon zum Fruehstueck...
Morgen will ich zum Reisebuero um zu schauen ob ich meinen Flug ein bisschen verschieben kann, Sudamerika gefaellt mir naemlich ganz gut.
Allgemeines zu den Laendern aus dem Lonely-Planet Reisefuehrer (fuer Jene dies interessiert und welche Zeit haben zum Lesen...):
BOLIVIA: "Beggar sitting on a golden chair"
- In den letzten 167 Jahren gabs hier 188 Regierungswechsel.
- 1825 wurde Bolivien unabhaengig und 1841haben 3 verschiedene Gruppen gleichzeitig die Machtuebernahme angekuendigt.
- Die 3 verlorenen Kriege haben Bolivien nachaltig zugesetzt:
- mit Chile (1879, Grund: Nitrate und Duenger in der Atacamawueste, Verlust: Zugang zum Meer, P.S.: Noch heute tauschen Bolivien und Chile keine Botschafter aus)
- mit Brasilien (1903, Grund: Kautschuk, verlust: 100'000 Quadratkilometer Regenwald)
- mit Paraguay (1932, Grund: bis heute unbestaetigte angenommene Oelvorraete im Chaco, Verlust: 225'00 Quadratkilometer Chaco und 80'000 Menschenleben)
- Bolivien ist das Zweitaermste Land Sudamerikas (nach Guyana)
- Trotzdem ist Bolivien seit den 80er Jahren eine der stabilsten Politischen Nationen in Sudamerika
- Wirtschaftlich lauft nicht viel. Zynisch wird Bolivien als "Bettler auf einem Goldenen Stuhl"bezeichnet da hier viele Rohstoffe sind.
- Bevoelkerung: 8.1 Mio Menschen mit recht tiefen (beaengstigendem) Lebenstandart: Nahrung, Behausung, Ausbildung, Hygiene
- Die hoechste Kindersterblichkeit (70 Tote pro 1000 Geburten) und die groesste Geburtenzahl (Pro Frau 4.4 Geburten) von ganz Sudamerika
- Cola und Kokain: Die Amis meinen: "Problem liegt bei den Laendern die Cola anbauen und dann die daraus gewonnene Colapaste exportieren"; also investieren sie Milliarden um den Colaanbau zu vermeiden und zu bekaempfen. Dabei werden Bolivien harte Ziele auferlegt welche bei Nichterreichen in Wirtschaftlichen Sanktionen und Boykotten der Amis gegenueber Bolivien resultieren.
Die "Coca Leaf Growers Association" von Bolivien sieht das Problem nicht bei den Colabauern sondern beim enormen Bedarf an Kokain der USA... und fuehlt sich deshalb unschuldig. Aber das effektive Problem ist die enorme Profitabilitaet von Kokain, man verdient damit Geld wie fast mit nichts anderm vergleichbar und die Kaempfe zwischen Bauern, Guerillas, Militaer und Paramilitaer gehen weiter. man besfuerchtet ernsthaft dass in Bolivien bald Zustaende herschen wie in Kolumbien, wo die Regierung die Kontrolle ueber gewisse Gebiete laengst vollstaendig verloren hat.
- Der Coca-Anbau und Export uebersteigt alle andern (legal) kultivierten Naturprodukte und etwa 30% der Arbeitenden Gesellschaft sind irgendwie (production und traffic) dabei beteiligt. Einnahmen aus dem Ausland: Geschaetzt bis 1 Mia Sfr/Jahr.
PARAGUAY:
- Asuncion, gegruendet 1537 von den Spaniern war die wichtigste Stadt oestlich der Anden
- Im 17. Jh. kamen viele Jesuiten um die Gegenden oestlich von Asuncion zu missionieren
- Um 1865 erklaerte Paraguay gleichzeitig den Krieg gegen Argentina/Brazil/Uruguay. Die Armee war im Verhaeltnis 10:1 den Gegner unterlegen und 26% der Soldaten mussten im 5 jaehrigen (und natuerlich verlorenen) Krieg sterben.
- Der Chaco Krieg gegen Bolivia kostete 1932-1935 auch 80`000 Leben (s.oben)
-Paraguay ist geografisch groesser als Deutschland und beherbergt nur 5.5 Mio. Einwohner
- Die Hauptaktivitaet ist Viehhaltung und Ranching. Daneben wird viel mit Elektronischen Geraeten, gestohlenen Fahrzeugen, Drogen und andern Guetern gehandelt.
- Paraguay ist einer der Hauptproduzenten von Marihuana.
- Die Inflation betraegt 14%. (1992: Kurs zum Dollar 1.4 / 2003: 6.1) ==> Freier Fall der Waherungen in Sudamerika...
- Viele Nazis sind nach dem Krieg nach Paraguay gefluechtet und leben heute noch da, es wird mancherorts Deutsch gesprochen und man sieht viele Gringos auf den Strassen....
Beste Gruesse und Macht`s Gut, Bis Bald Andu
Nun denn, hier weiter mit meinem Reisebericht.. jetzt aus Brasilien.
Kurz nach meinem letzten Lagebericht war ich auf dem Reisebuero um
meinen Flugplan zu aendern: ich fliege erst Ende August von Sudamerika
weg weils mir hier so gefaellt... Von Asuncion (Paraguay) bin ich weiter gezogen zum
3 Laenderpunkt Paraguay-Argentina-Brasil, wo die beruehmten
- Wasserfalle "Foz de Iguazu" sind.
250 Wasserfaelle die 70 Meter in die Tiefe stuerzen. Ich habe die Sicht
von der Argentinischen Seite aus genossen (sehr nahe und von oben und unten sichtbar). Musste wirklich mit offenem Mund ab diesem Naturspektakel staunen und war gefesselt. Lonely Planet hat meiner Meinung nach kaum uebertrieben mit "rank among the worlds greatest natural wonders". Von Foz aus bin ich mit einem Bus innert 23 Stunden (wir hatten nur eine Reifenpanne mitten in der Nacht) nach
- Rio de Janeiro "Cidade Maravilhosa" gefahren.
Rio ist eine schoene Stadt, ausserordentlich schoen. Sie liegt am Meer und in Urwaldaehnlichem bewachsenwn Huegeln. Von der beruehmten Jesusstatue (Corcovado) kriegt man einen eindruecklichen Ueberblick und am Strand Ipanema neben der Copacabana (jetzt nicht mehr auf 3900 Meter in Bolivien..) laesst sich prima surfen. Ich war eine Woche in Rio mit Joris aus Amsterdam. Am Weekend ist in Rio das ganze Jahr ein bisschen Carneval und im Lapa-Quartier (beruehmt und beruechtigt wegen Kriminalitaet und Prostitution) finden die besten Feste auf der Strasse statt.
Tanz und Musik fuer alle: Wir habem eine Familie dort kennengelernt, vom Grossvater (musste beim Laufen gestuetzt werden) zur den 2 Toechtern und 2 Enkeln waren alle 3 Generationen dort, haben Bier getrunken und bis spaet nachts getantzt. Ein Carneval in Rio ist nun noch ein groesserer Traum von mir, allerdings wuerde ich unbedingt ein paar Tanzschritte vorher einueben. Nach einer Woche, ich hatte Muehe mich von Rio zu loesen, bin ich dann doch weiter gezogen. Nachdem ich meinem Bus nachgerannt bin der gerade das Busterminal verlassen wollte (ich war bizli spaet dran)
sind wir (Ich und 2 Daenen) an der Kuste suedwaerts gefahren nach Angra dos Reis und von dort auf einer Faehre mit manch andern Touristen zur
- Insel Ilha Grande
Bei der Ankunft durften wir wieder mal zu einer Drogenbesitzkontrolle und unsere Rucksaecke vollstaendig auspacken und vorfuehren. Die Insel ist recht touristisch (das Dorf Abrao besteht eigentlich nur aus Pousadas (Hotels) und Campingplaetzen und es ist Abends nicht viel los. Die Spaziergaenge tagsueber zu den Straenden duch den Urwald waren lang und anstrengend aber unheimlich schoen. Einer der scheinbar schoensten Straende Brailiens (es gibt ueber 2000 Straende auf 8000 km) heisst "Praia Lopes Mendes", ist 4 km lang und ohne Zivilisation und nur Zu Fuss zugaenglich. Das Wasser ist super klar und der Sand schneeweiss. In der huegeligen gruenen Landschaft und mit den Palmen im Hintergrund ein wirklich schoener Platz. Viele Tiere haben wir auf der Insel (ohne Autos und Strassen) beobachtet: Kleine Affen, Kolibris, Riesige
Schmetterlinge, Geier, Eichhoernchen, farbige Voegel und Wasserschildkroeten, Fische, Krebse (5-30 cm) und Spinnen. Die Sonnenuntergaenge in der Insellandschaft waren auch einen Blick und ein Foto wert. Zusammen mit Winnie und Simon (die 2 lieben Daenen) sind wir dann mit der Faehre nach 5 Tagen zurueck. Die Insel ist super schoen aber nicht so gross und uns hat's gereicht, vor allem weil wir weiter an einen andern Strand wollten der mir als Geheimtip von andern Globetrottern empfohlen wurde:
- Trindade bei Parati.
Von Parati mit einem Lokalbus ist Trindade normalerweise in 40 Minuten erreichbar; unsere Fahrt hatte 1.5 Stunden gedauert weil die Strasse voruebergehend gesperrt war. Arbeiter mussten mit einem Autokran einen neuen Telefonmast ... Dabei haben wir die Begegnung mit einer faustgrossen schwarzen haarigen Spinne gemacht die durch die Dachluke in unsern Bus kam und erst nach einiger Aufregung unsererseits (ich versuchte als Held die Dachluke wieder zu oeffnen aber die Spinne hat sich daraufhin eher noch in unsere Richtung bewegt..) von einem Einheimischen laessig mit einem Laecheln und einer Zeitung nach draussen befoerdert wurde. Als wir dann ankamen hats
ziemlich geregnet und eine liebe einheimische Frau hat uns ein guenstiges Hotel verschafft; ich habe mit einem 20 jaehrigen Englaender (Al) ein Zimmer geteilt. Nach dem Znacht und dem obligaten Feierabendbier wollten wir frueh zu Bett gehen als wir in unserm Zimmer Daumengrosse Kakerlaken sichteten: Wieder ein bisschen Aufregung und Moerderaktionen und dann anstatt ins Bett noch ein Bier auf den heutigen Zoologischen Schock. Der 2-te Heimgehversuch schlug auch fehl: Camille und
ihr Cousin (Kinder der Hotelbesitzer) wollen um 24 Uhr zum allabendlichen Tanz gehen und wollten unsere Begleitung. Die Bar ist direkt am Strand mit Forro-Musik. Ich kam um 4 Uhr nach Hause. Nun, Winnie, Simon und Al sind am naechsten Tag weiter gezogen und ich bin umgezogen in meine
- Lehm und Strohhuette am Meer.
Ja, sie war wunderschoen, meine kleine eigene Huette am Strand mitten im Naturschutzgebiet. Ohne Strom und Warmwasser, ein Bett mit Moskitonetz auf einem 2ten Boden und ein paar Kerzen. Die Wasserversorgung von Trindade ist einfach: Man zapft einfach weit oben im Bach (um genuegend Druck zu haben) Wasser in Plastikleitungen ab und fuehrt sie hinunter ins Dorf. Das Wasser ist somit gratis fuer alle und sei trinkbar obwohl dort oben Kinder baden. Der Strand meiner Huette (mein Strand..) war nur ueber einen huegeligen und steinigen Pfad erreichbar (Stirnlampe sei
Dank) was die meisten Leute vom Besuchen abhielt, drum hatte ich die 1.5 km fast fuer mich alleine. Hinter meiner Huette im Wald wohnt "Gusmao" seit 18 Jahren in seiner Baumhuette. Er schnitzt Holzstatuen und ist ein echter Freak. Ich war oft abends dort mit ein paar Brasilianern (Schulferien im Juli) und wir haben Gitarre, Mundharmonika gespielt und dazu gesungen im Mond- und Kerzenlicht. Wieder mal wurde ich allerherzlichst aufgenommen und naechstentags zum "Pesce alla Brassa" eingeladen. Wir haben ein grosses Feuer gemacht am Strand vor meiner Huette und einen 4 kg Fisch (Pesce) in Alufolie 45 Minuten in die Glut (Brassa) eingegraben; super. Einen andern Tag habe ich mit Gusmao seinen Gasdurchlauferhitzer der Dusche repariert.
Bei uns in der CH haette man gesagt: "hoffnungsloser Totalschaden". Aber mit Zeit, Geduld, Phantasie und mangels Alternativen ist doch noch so manches moeglich. Also war ich insgesamt 10 Tage in Trindade am baden, Feuer machen, tanzen und singen. Am Schluss kannte ich eine Menge Leute (war der einzige Auslaender dort und
drum ein exotisches und interessantes Objekt) und wurde in den Strassen begruesst: Andree.... Habe mir auch sehr Muehe gegeben mit Allen zu reden (nicht bloss Hallo und Tschau) was in Portugiesisch nicht immer einfach ist. Tagsueber wurde ich an Straende und in Waelder gefuehrt, man wollte mir all die Schoenheiten zeigen. Vor allem Nachts wieder eine interessannte Tierwelt die mich fasziniert, ja geradezu halluzinogiert hat: Hell blinkende Gluehwuermchen (Wagalumi) die ueber ganze Fussballfelder sichtbar sind, Plankton das Abends wenn mam am Strand entlang laeuft unter den Fuessen magisch Gruen aufleuchtet und fluoreszierende leuchtende Fische - Einfach Anders! Eine 15 cm grosser Engelsanbeterin war im Begriff mein Bein hochzuklettern als ich bei Gusmao Abends Musik hoerte, er hat ein Radio mit Autobatterie die er alle 20 Tage im
Dorf laden geht. Die Enladung von Camille zum
- Kindergeburtstag
habe ich gerne angenommen und dann gestaunt. Etwa 50 Kinder waren eingeladen (5-10 jaehrig) und alle kriegten ein Geschenk. Das Ganze fand von 17-21 Uhr in einem Garten statt mit vielen farbigen Luftballonen an den Baeumen und Discolicht (Einer steht auf dem Dach und bewegt von Hand stundenlang 2 farbige Punktstrahler). Dazu gibt es eine Unmenge von Fruchtsaeften und Snacks.. Ich musste (als Specialguest) natuerlich von Allem probieren und immer die Doppelte Portion...
... Trindade; 10 Tage Natur und Harmonie, der Abschied ist mir schwer gefallen und ich habe einen weiteren Grund nach Brasil zurueckzukommen. Ich reiste ueber Parati-Ubatuba-SaoPaolo nach
- Curitiba zu Michele.
Die Reise war lang (komme wieder mal um 5 Uhr morgens an) und umstaendlich da wegen der Schulferien alle Busse ausgebucht waren und ich Umwege machen bzw. lang warten musste. Die Organisation war wieder mal ein Challenge fuer mein Sprachvermoegen und meine Geduld. Nun, Michele habe ich in Bolivien vor einem Monat kennengelernt, sie ist auch gereist, lebt in Curitiba und hat mich zu sich eingeladen. Ihre Wohnung in der Stadt ist fuer eine Woche mein Zuhause. So schoen konfortabel und nicht so unpersoenlich wie die billigen Hotelzimmer. Habe nach 3 Monaten zum ersten Mal meine Kleider in einer Waschmaschine waschen koennen, wenn auch nur mit Kaltwasswer weil das hier so ueblich ist. Michele hat Chemie studiert und sucht Arbeit
was schwierig ist. Auch sie will mir von Morgens bis spaet Nachts alles zeigen; es ist schwierig die Leute hier in ihrer Gutmuetigkeit und beim Geben zu bremsen. Am ersten Abend war wieder ein
- Geburtstagsfest von ein paar Architekten.
Wir waren um 20 Uhr in einer kleinen Bar und um 22 war die Bar dann ploetzlich voll; etwa 50 Leute im Alter von 25-40, viele Architekten, Ingenieure, Restaurantbesitzer (Patata Suissa: die spinnen hier auf Roesti, die ist total "In" und es gibt sogar einen Roestikurrier. Das Ganze laeuft so gut dass Beto (Besitzer) in Rio ein 2-tes Restaurant aufgemacht hat. Auch Fondue mit Kaese, Fleisch oder Schokolade liegt hoch im Trend). Nun, das Fest ging bis 8 Uhr Morgens und die meisten mussten um 9 Uhr wieder arbeiten (Aber das ist normal hier in Barsilien: Feste feiern wie sie fallen). Die Geburtstagstorte kam deutlich nach Mitternacht und irgendwann ist in der Bar
auch das Bier ausgegangen... Es wird viel gelacht, man begruesst sich als haette wie wenn seit Jahren nicht mehr gesehen, alle reden mit allen und so sitzt staendig jemand Neues neben mir mit dem ich ein paar Worte wechsle. Es war lustig und froehlich, feucht und doch gesittet. An einem andern Abend waren wir zum Essen bei Michele's Eltern eingeladen, es gab
- "Churrasco" im Garten.
Wieder waren alle sehr nett und bestrebt dass es mir gut ging und dass ich satt wurde.
Die Entrecotes waren saftig und zahlreich, von Salat, Brot und Bier begleitet. Mit dem Bruder (Anwalt mit Familie) und dem Vater hatte ich sehr interessannte Gespraeche. Ein Haus kostet in Brasilien weniger als ein Neuwagen, welcher gleich teuer ist wie in der CH. Wuerde ich hier arbeiten (in IT-Security was gerade boomt und ich sicher eine Stelle finden wuerde) koennte innert einem Jahr ein Auto und ein Haus kaufen. Altersvosrorge laueft hier privat ab, und wie ueberall in Sudamerika hat die Familie einen sehr hohen Stellenwert. So wohnen Michele und ihr Bruder in Wohnungen die ihr Vater gekauft hat, zahlen heute oder spaeter dafuer Miete. Alle Leute (auch Auslaender) haben das gleich Recht in Brasilien (Niederlassung, Arbeit, etc) aber jene Leute die studiert haben kriegen z.B. im Gefaengnis eine Sonderbehandlung mit Einzelzelle (Korruption sei Dank) ... Von 19 bis 23 Uhr waren wir dort, sehr herzlich, denn die Familie spricht (ausser Michele) nur Portugiesisch und ich nur
Spanisch. Wir waren uns aber einig, dass mit Interesse, Willen, Phantasie und einem Cerveca (Bier) viele Sprachbarrieren ueberwunden werden koennen. Ein kg Entrecote kostet hier 3 Dollar. Nachher war ich mit Michele und ihrer
Kollegin in einer netten kleinen Bar an einem Konzert. Sie musste am naechsten Tag um 7 Uhr aufstehen um zu arbeiten und hat bizli muede ausgeschaut. Dennoch wollte sie nicht nach Hause bis glaub 2 Uhr: "Mas Una"; nur noch ein weiteres Stueck des Konzertes...
SOWEIT der Lagebericht, in baelde will ich ueber Uruguay-Argentinien nach Chile reisen um von dort aus dann Ende August die Osterinseln anzufliegen. Man moege mich mit weiteren Mut, Kraft und Glueck bescheren, ich will mein moeglichstes Tun. Beim vielen Reisen und den Eindruecken kommen mir immer wieder ein paar Ideen. Hier ein paar davon:
- Demut:
Eine lobenswerte Eigenschaft. Nicht der Beste und Einzige zu sein, sich hinten anzustellen und Teil eines Systems oder einer Masse zu sein. Hoeheres, Weiteres und evtl. auch Besseres zu akzeptieren. Demut schuetzt vor Hochmut welche (bekanntlich) vor dem Fall kommt. Sei stolz auf Dich, Sei jemand, sei Du-selbst, sei einzigartig. Aber vergiss die andern dabei nicht, sie moegen sich genau wie Du fuehlen: Einzigartig, Speziell und Wichtig. Sieh in den Sternenhimmel. Was waerst du alleine? Ein kleines und unbedeutendes Puenktechen allein auf weiter Flur. Viele Arme, Beduerftige, Verkrueppelte, Ungebildete, Zurueckgebliebene, Vernachlaessigte, Bestrafte, Arme und Kranke leben und laufen (kriechen) durch diese Welt. Sie brauchen gleich viel Sauerstoff; Sie Schlafen und Traeumen vielleicht besser als Du!
- Gesellschaft am Demografischen Abgang:
Im modernen Europa liegt die Geburtenzahl seit 25 Jahren um 30% unter der fuer den
Generationsersatz noetigen Grenze. Zusammen mit der hoeheren Lebenserwartung fuehrt das zu den spuerbaren Problemen, z.B. bei der AHV: Die Schere zwischen Beitrags-zahlern und -beziehern oeffnet sich immer mehr. Folge: Leistungssenkung und Beitragserhoehung. Kinder gelten als Last und werfen die Eltern im "Wohlstandswettlauf" weit zuereuck. Sie gelten nicht laenger als Quelle emotionalen Reichtums, als schlichte Freude oder als tieferer Lebenssinn.
- Die Brasilianer:
Sind froehliche und aufgeschlossene Leute. Ein Mix von vielen Kulturen der sehr gut neben- und miteinader leben kann. Sie sind offen und stolz auf ihr Land. Sie sind schoen, sie tanzen und lachen und feiern. Sie sind sportlich und aktiv. Sie sind zufriedene Leute und freundlich. Und sehr optimistisch, mich duenkt ein bisschen mehr als die Andenlaender (Peru, Bolivia und auch Paraguay) wo ich glaubte manchmal eine gewisse Lethargie zu spueren. In Brasil ist man zufrieden mit dem Wenigen was man hat; verhungern muss hier kaum jemand, die Natur sorgt vor...
- Wie sie alle tanzen koennen die Brasilianer...
Und jeden Abend ist Tanzschule fuer Jung und Alt. Aber natuerlich erst nach Mitternacht wenn alle Zeit haben und bis in die Morgenstunden. Harmonisch, Ungehemmt, Lebensfreude pur. Wer schon mal einen Forro (sprich Foho; d.h. For All, Fuer Alle) gesehen hat weiss wovon ich spreche.
- Einige Vorstellungen und Ideen der Sudamerikaner der Schweiz:
+Die Schweiz ist:
Ein sehr reiches Land, Ein sehr kaltes Land, Nicht so klein wie sie in Wahrheit ist, Ein Traum, Das Paradies auf Erden, Demokratisch und Neutral, Ein schoenes Land, Irgendwo in Europa, Das Auswanderziel schlechthin, Teuer
+Die Schweiz hat:
Sepp Blatter der FIFA, die beste Schokolade, Kaese, Armeesackmesser, Uhren, Platz fuer alle, Hohe Suizidraten (unverstaendlich), Arbeit fuer alle und keine Arbeitslosen, Gar keine Probleme
+Die Schweizer sind:
Nette Leute, Reiche Leute die jederzeit ueberall hinreisen koennen und tun, Sympatisch, Zum Teil recht aufgeschlossen, Fleissig, Geld- und Reichtumbesessen
- Ferien und Reisen, Heimweh und Fernweh
Nach 2 Monaten habe ich gemerkt dass die Zeit meiner "Ferien" langsam zu Ende geht. Die Erholung ist eingetreten, das perspektivenlose Nichtstun und Treibenlassen wird langweilig. Es stellt sich eine gewisse Gewohnheit ein; mit dem Gepaeck und den neuen Umgebungen. Nicht mehr alles und jedes ist zwangslaeufig neu interessannt und erkundenswert. Es findet auch ein gewisses sich Loesen von Zuhause statt. Auch die Angst vor dem Unbekannten und den Gefahren im Ausland wird relativiert. Man gewoehnt sich langsam ein. So habe ich gemerkt, dass ich meine Energie auch einteilen muss. Der Energiehaushalt: Energien beschaffen und Energien verbrauchen (postive und
negative Erlebnisse). Durch eine gewisse (mir selbst auferlegte) Disziplin, Lebensrhytmus, Sport, eine gewisse Konstanz. Ich suche und finde Herausforderungen und daraufhin Bestaetigungen, Geben und Nehmen (oder erhalten). Investieren und das Beste daraus machen. Etwas riskieren. Immer auf die Leute zugehen, Offen offen offen sein. Reisen kann auch muehsam sein (man vermisst das Gewohnte und das Daheim und Daheim vermisst man das Fremde, man schlaegt sich mit allerlei Sachen und Leuten rum). Reisen ist darum vor allem menthal anstrengend; die gesichtete Armut zu
ertragen, den Verzicht auf gewisse konfortable Dinge.
ABER: Das Postivie ueberragt dann doch: Das Hoeren, Riechen, Tasten, Fuehlen, Spueren: mit offenen Sinnen. All die Erlebnisse und Erfahrungen sind in jedem Moment einzigartig.
Yours Andi !!
Hallo Zaeme, weiter gehts: Aug 2003
Süddamerika Zeit laeuft langsam ab; nach 120 Tagen Kontinent
heisst es bald Abflug nach Osterinsel und Neuseeland. Ehrlich gesagt
bin ich nicht mal ungluecklich darueber - wohl koennte man Jahre hier
verbringen aber es reizen mich noch andere Teile der Welt. Durch
jeden Tag den ich erlebe ergeben sich mindestens zwei neue
interessannte Moegliche Tage die ich erfahren koennte oder moechte.
Eine NeverEnding-story, waeren da nicht die Grenzen der Dineros und
Zeiten... Seit dem letzen Lagebericht vor einem Monat ist wieder
einiges an Wasser die Faelle von Iguacu heruntergeflossen und ich
war noch ein paar
- Tage in Brasilien,
Was ich allen ans Herz legen moechte: Brasil bringts einfach, U will
see... Ich wurde zur Dienstags-Kommunikationsstunde an der
Spanischschule von Michele eingeladen und das war dann meine
einzige bisherige Spanischlektion. Nach 4 Monaten rumziehen hab ich
doch das Einte oder Andere Wort aufgepickt um mich verstaendigen
zu koennen. Die Ilha Santa Catarina hats mir auch angetan. Fuer echt
wenig Geld kann man sich da koeniglich zur Ruhe setzen, am Meer mit
Wellen und prima Klima. Ein 14 km Sandstrand Barfuss bereue ich
Heute noch da es irgendie zuviel fuer meine FussSehnen war; ich hatte
keine Wahl: Zurueck war weiter als zum Ende. Ging dann 2 Tage am
Stock. In einmal mehr 20 Stunden Busfahrt brachten Sie mich nach
- Montevideo in Uruguay,
Die Hauptstadt eines Landes das ich eher nur passiert als besichtigt
habe. Neben dem mp3-Tauschen in Internetcafes bei staendig
schlechtem und stuermischen Wetter waren meine nennenswerten
Erlebnisse die : ein Dorf von Schweizer Einwandern
mit CH-Strassennahmen (Frau Kuenzi, Herr Stutz, Guillermo Tell,
Berna..) und einem leichten CH-Touch. Colonia del Sacramiento -
meine Abwartstation fuer Argentinien war nett; ich habe ein frisiertes
Toeffli gemietet um meinen Fuss zu schonen und bin durch die Gassen
geflitzt. Es ist ein ehemaliges Hafen- und Handels-Kaff am Rio del
Plata. Fuehlt sich und sieht recht Mittelalterlich an/aus. Die Urugayaner
sind nett und ich wurde zu Wein eingeladen: Flaschenweise schon am
fruehen Nachmittag. Die Parrillada (Grillade) ist ueppig und sehr
guenstig wie ueberall im Sueden (Brasil, Paraguay, Chile, Argentina).
Man isst gut und gerne in "Tenedor Libre"- Restaurants wos ein Buffet
a Discretion mit etwa 70 Gerichten gibt. Das Ganze kostet dann 2 USD.
Die Einreise nach
- Argentinien ueber Tigre bei Buenos Aires
war per Faehre und in wenigen Stunden. Tigre ist das
Weekendausflugsziel von BuenosAires. Es gibt einen grossen
Vergnuegungspark und ein Casino mit 1500 Automaten und 70 Tischen
auf 3 Etagen (Feels like Hell). Mit einem Zug gelangt man ins Zentrum
der wirklich grossen Stadt Buenos Aires wo man sich so richtig schoen
verlaufen (oder besser) verfahren mittels nicht gerade uebersichtlichem
Busssytem. Hab ein guenstiges Hotel gefunden, wohl nicht gerade in
der schickesten Gegend in La Independenzia.. (Kopfschuetteln
geerntet wie schon oefter da ich eher in den guenstigsten und nicht in
den angesehensten Quartieren logiere). Buenos Aires hat schoene
Kolloniale Gebilden wo leider das Geld fehlt um sie Instande zu halten.
Man merkt sehr schnell dass hier mal andere Zeiten waren (Dieses
Prinzip zieht sich quasi durch ganz Sudamerika: Von der Inkabluete
zur Kollonialbluete zur Wirtschaftskrise). Nicht zu Unrecht wird die
Stadt als "Paris des Suedens" bezeichnet, die Leute trauern dem
Vergangenem Reichtum nach und beneiden uns "reiche und moderne"
Europaer. Kinos in Argentinien ist auch cool, das Doppelpack Film
kostet 3 Sfr und dauert von 21-01 Uhr. Habe Velos gemietet um die
grossen Paerke bis zur Kuste abzufahren und hatte im Friedhof wo
Evita und all die Andern Schoenen und Reichen koeniglich ruhen
meinen privaten Fueher, zum Preis eines Cafe con Leche. Ploetzlich
hatte ich genug von Grossstadt; Uebergenug sogar von Hektik, Laerm,
Pennern, Verkaeufern oder Schleppern... War voruebergehend und
nach 100 Tagen Reise bizli in einem Energietief und hatte keine
Motivation auf die Leute zuzugehen und Kontakte zu machen. Man
muss aber Immer Alles von sich Geben um auch etwas Ernten zu
koennen, d.h. eine schoene und interessante Zeit zu erleben. Also
brauchte ich einen Klimawechsel: Anstatt direkt nach Mendoza zu
fahren entschied ich mich spontan dafuer nach Patagonien und
Feuerland zu fliegen, 3000 km fuer 200 USD hin und zurueck. Am
naechsten Tag lande ich schon in
- El Calafate - Patagonien
um dort den Glacier Perito Moreno zu besichtigen. Mit zwei Basken
und einer Ami mieten wir ein Auto (kommt guenstiger als die Touritour
und gibt uns mehr Zeit, Individualitaet und Freiheit). Eine 60 Meter
hohe Eisfront die in einen See muendet und regelmaessig - mit
brutalem Getoese - Eisbloecke abbrechen laesst: Fuehlte sich an wie
brutal gespannte berstende Drahtseile. Ein Naturelebniss allererster
Guete und meine vorher einzige Assoziation zu Patagonien/Feuerland.
In Argentinien war Feiertag (man schiebt die Feiertage zu den
Wochenenden um diese auszudehnen) und ich habe ein paar
Patagonier im Hostel kennengelernt. Ganz ganz liebe und ruhige
Menschen, bizli melancholisch wegen den harten und langen Wintern
und den grossen unbevoelkerten Weiten Patagoniens. Wir haben
diskutiert bis spaet spaet in die Nacht und ich habe wieder viel gelernt.
Aber es gab noch viel mehr: In einer Woche bin ich nach Chile zum
- Nationalpark Torres del Paine
gereist, (Puerto Natales ist mit 150 km die naheste Logiermoeglichkeit).
Torres del Paine ist ein echt schoener und grosser Nationalpark
(TROST fuer ALLE Schweizer: WIR leben in einem der schoensten Teil
der Welt, Alle beneiden uns um unsre Berge, Gletscher, Gruene
Wiesen, Seen, etc... UND es ist breitseits bekannt dass die CH ein
PARADIESCHEN ist - An diversen Orten in Sudamerika habe ich Fotos
oder Poster der Schweiz gesehen als Zeichen der Schoenheit unserer
Welt). Also, der Torres del Paine ist ein Park wo man im Somer
hingehen sollte um zu zelten; ich war auf einer Tagestour und wir sind
8 Stunden durch Schneebedeckte Steinfelder gelaufen/geklettert; ich
(wie die Japaner auf dem Matterhorn) in Halbschuhen. Am Abend habe
ich mir fuer 10 Sfr ein Fondue Bourguignonne und ein Flaeschen
Chilener gegoennt. Gut, ich reiste weiter nach Punto Arenas wo ich in
den Genuss von schoenen Sonnenuntergaengen aber auch (und das
ist fuer mich recht unueblich..) Sonnenaufgaengen kam: Die Sonne
ging erst um 09:30 auf und um 16:30 wieder unter. Am naechsten
Morgen, ich musste wegen spaerlichen Busverbindungen die Nacht
hier verbingen, um 7 Uhr in einmal mehr 16 Stunden nach
- Ushuaia, Tierra del Fuego in Argentinia.
Ja, viel weiter suedlicher gehts nicht auf dem Sudamerikanischen
Kontinent. Es hat viel Schnee, viel Eis und viel Wind. Habs auch nicht
anders erwartet und mich vorher mit Kappe,Schal,Handschuhen
ausgeruestet. Die Strassen waren auch recht verreist und ich hab mit
Komplikationen einen Naturschutzpark besucht und dabei Fuechse und
Voegel aus naechster Naehe betrachet. Patagonien und Feuerland sind
sehr schoen, fuer Naturfans ein echtes Paradies und ich hab mir
vorgenommen irgendwann mal wieer herzukommen, im Sommer und
mit mehr Zeit. Ich habe einfach ein paar Eindruecke, Ideen und mich
selber gesammelt um dann nach einer Woche den Rueckflug nach
BuenosAires anzutreten. Jener war eher Gluecksfall; vor lauter Sturm
und Schnee hatten wir einige Stunden Verspaetung und flogen eine
andere Route mit Zwischenstopps: der erste Abflug von Ushuaia seit
ein paar Tagen Schlechtwetter. Zum Glueck plante ich genuegend
UmsteigeZeit ein fuer meine Weiterreise nach
- Mendoza, dem Sudamerikanischen Weingarten.
Ein Andermal 14 Stunden Busride brachten mich dahin. Ich kam um 10
Uhr nach der Patagonienwoche mit wenig Schlaf an - Patagonien war
zu Gut um auszuschlafen, ich war immer von Frueh bis Spat
unterwegs- . Ich komme also um 10 Uhr an und pflegte es wie immer
moeglichst schnell eine Bleibe fuer mich und meine beiden
Rucksaecke zu finden: Anspruch = Billig und Akzeptabel. Am
naechsten Tag pflege ich mir jeweils in Ruhe und ohne Gepaeck eine
passendere Bleibe zu suchen und fand sie auch: Eine Backpackerloge
mit Kueche, Cheminee, PingPong, GratisInternet, Bar, Garten, Sat
TV... An solchen Orten trifft man
- diverseste Backpacker
und wie schon mal frueher erwaehnt bildet sich aus Interesse
(guestiges Welterleben) ein Gemeinschaft. Also lebe ich hier fuer
wenige Tage (manchmal schwer das Erreichte wieder zu verlassen um
Neues zu Finden aber doch Ziel des Reisens) mit Sudafrikanern,
Finnlaendern, Australiern oder Franzosen als temporaere Art Familie.
Taeglich ist Kongress der Kulturen und es werden Ansichten und
Lebensweisen ausgetauscht, eine Art Internationales Gipfeltreffen im
friedlichem und freundlicher Stimmung/Athmosphaere. Das eigene
Kochen macht Spass, man weiss was man isst und guenstig ist
Argentinien sowiso seit dem Crash vor 3 Jahren (frueher: 1 USD = 1
Peso, Heuto: 1 USD = 3 Peso / Die Preise in Argentinien haben sich
nicht geandert, das heisst dass die Argentinier nicht mehr ins Ausland
reisen koennen weil ploetzlich dreimal so teuer)
- Wie weiter nun?
Habe in Mendoza eine Bodega besucht mit Museum und Degustation,
und haenge im Hotel am Computer um meinen Reisebericht zu
schreiben. Ja, ich mache das gerne und nehme mir dafuer einiges an
Zeit (Zeit ist mein momentaner Reichtum) in mehreren Etapen, Reviews
und Zensuren.
Am 3. September Abflug von Santiago nach Osterinsel fuer 4 Tage und
dann hoffentlich einen Camper mieten in Neuseeland fuer 20 Tage
(wuerd mich total gluecklich schaetzen ein paar Tage individuell und
ohne Hotel- und Nahrungs- Transport- suche rumzuziehen)
Also habe ich jetzt noch 7 Tage Zeit in Suedamerika, bin 5 Stunden von
Santiago entfernt und besuche auf dem Weg dahin noch Valparaiso,
ein Fischer- und Kultur-zentrum am Meer.
Roefe kommt am 26. September in Australien an und wir ziehen 4
Monate zusammen umher, ich freu mich sehr...
Diversikus:
- Auf und Ab
Das Reisen ist wechselhaft. Manchmal ist es nur anstrengend -
schiefgehend - ungeplant, Andermal ist es ueberrraschend - genial -
belohnend. Die positiven Aspekte resultieren am Schluss als
ueberragend. Ein Prinzip dass sich durch mein ganzes Leben
bestaetigt hat: Zum Glueck auch..
Schoepfen aus der Vergangenheit, Bauen fuer die Zukunft: Das
Erlebte Positive als Antrieb, das Negative als Schranke. Glueck durch
Genuegsamkeit, Innerer Frieden, Durch den Moment und das Kleine.
Durch in Relation setzen.
- Das Chamaeleon-Prinzip - Nicht Auffallen Tun
Es gefaellt mir recht gut als Beobachter an den diversesten Orten und
Aktivitaeten der Leute teilzunehmen ohne Aufmerksamkeit zu erregen
oder die Situation zu veraendern (Als Tourist/Fremder ist man schnell
mal die Hauptattraktion). Gelernt und abgeschaut habe ich meine
Tarntechnik von Aelteren Menschen. Versuchen, Ruhe und
Zufriedenheit auszutrahlen. In einer bestimmten Situation keinen
Kontrast zum bestehenden Aktuellen darstellen, somit nicht stoerend zu
wirken und einfach toleriert zu sein. Teil eines Ganzen sein, aber die
Bewegung und Richtung nicht beeinflussen.
- Die Spanier
Ganz Suedamerika wurde ja damals von den Spaniern und den
Portugiesen kolonialisiert. Diese Ueberposition der damals weit
ueberlegenen und fortgeschrittenen Zivilisation hat sich bei den
Sudamerikanern tief eingepraegt. Noch heute stellt Spanien in den
Koepfen der Leute Reichtum und Macht dar, fuer uns Mitteleuropaer
scheint es doch ein eher maessig reiches Europaeisches Land, oder?
- Die Zeit
Dass die Zeit so schnell vergeht (wie man so sagt..) liegt
hauptsaechlich daran dass man zuwenig bewusst lebt. Es passiert
naemlich jeweils doch Vieles, und Vielem wird einfach zuwenig
Beachtung geschenkt.
Ein andermal: Adíos, Hasta luego, Suerte, Que te vaya bíen,
Andi
Hier bin ich wieder. Erst mal vielen Dank fuer Lob und Wuerdigung meiner
Berichte. Das ermuntert mich euch weiter zu belaestigen... Seit einiger Zeit
will ich einen weiteren schreiben hatte aber nie so guten Internetzugang da
mit Camper unterwegs. Ja, mein Reiseleben hat sich ziemlich geaendert:
Andere Kontinenten und andere Reiseformen. Vorher aber ein Abriss wies
soweit kam und kommen sollte:
Bin seit zwei Wochen in Australien und habe mich mit Roefe getroffen, was
dazwischen so alles passierte versuch ich mal kurz von hinten her
aufzurollen:
- Chile: Valparaiso und Santiago
Nach Mendoza, meinem letzten Weingetraenkten Reisebericht habe ich mich per
Bus in Hoellenfahrt ueber die Anden nach Valparaiso schiessen lassen. Der
Busfahrer hat alles gegeben und die Reifen haben schoen gequitscht den Berg
hinunter.. Er war dann ganz stolz in Rekordzeit einzutreffen und ich war
froh austeigen zu koennen. Wie oft schon warteten am Busterminal
Hostelbesitzer auf Potentielle Kundschaft und so blieb mir die laestige
Suche erspart und diesmal hatte ich echt Glueck: schoenes kleines guenstiges
familiaeres Hostel in Valparaiso mit netten Gastgebern und Gaesten. Ich
wollte unbedingt meine neun 36-er Filme entwickeln lassen und zusammen mit
andern Souvernirs heimsenden um meinen Ruksack zu entlasten. Also schau ich
mich in den Fotolaeden um und wie immer "No hay Problema...". Man versprach
mir bis Morgen Abend alles entwickelt und eingescannt zu haben (Der moderne
Mensch mag ja auch Digitale Daten). Drei Tage spaeter ist's dann leider
immer noch fertig (Scannen von 300 Fotos kann dauern...) und ich entschied
mich die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Also setz ich mich selbst an
den PC im Fotogeschaeft um zu scannen und die CD's zu brennen. Zum Glueck
und aus Erfahrung habe ich Komplikationen mit einberechnet und im Fotoshop
gesagt dass ich frueher abreisen muesse als es der Wahrheit entsprach um den
Druck und die Ernstigkeit der Lage zu untermauern. Der Besitzer des Shops
ist fast bizli mein Freund geworden - nach all den gemeinsam durchlittenen
Muehen und Schwierigkeiten.
Nun, immerhin hatte ich ein paar ruhige Tage im Schoenen Valparaiso, 2
Stunden von Santiago entfernt am Meer, einst der groesste und wichtigste
Hafen von Sudamerika. Valparaiso ist eine Kuenstlertstaedt und sehr schoen
angelegt auf Zig Huegeln mit lustig farbigen Hauesern. Weils mir so gefiel,
wegen der Fotostory und nicht zuletzt weilm ich von grossen Staedten
voruebergehend genug habe (sind alle gleich und Buenos Aires hat mir den
Rest gegegen) wurde mein Aufenthalt in Santiago auf 24 Stunden komprimmiert,
eigentlich nur grad um einmal in die Stadt zu gehen, einmal zu uebernachten
und den Flughafen anzusteuern. So flog ich ab und kam nach 5 Stunden in
- Rapa Nui, Osterinsel an.
Das war eine schoene unvergessliche Woche. Am Flughafen war das halbe Dorf
versammelt - ein Highlight wenn das Flugzeug zweimal pro Woche ankommt. Man
hat uns mit Blumenschmuck um den Hals begruesst und ich fuehlte mich gleich
wohl in Polynesien (Osterinsel ist der auesserste Fleck von Polynesien
welches mit Hawai und Neuseeland ein Dreieck aus vielen Inseln bildet). Ich
wohnte eine Woche bei einer Familie und mit mir zwei Englaender was mir sehr
gelegen kam: Jeepkosten durch 3 teilen um die Insel zu erkunden. Die Insel
die Insel, sie ist gerade mal 14 km breit ist und etwa einen Drittel so
lang. Man faehrt also locker in einem halben Tag ringsherum auch wenn das
meiste eine holprige Naturstrasse ist. Dies trotz der Tatsache dass der Jeep
ab etwa 50 kmh wild zu flattern beginnt und man dann besser bizli abbremst..
Lenkgeometrie ?
Auf der Insel hat es ueber 800 von diesen beruehmten Moais welche
gewissermassen ein ungeloestes Raetsel darstellen. Man denkt und ist sich
recht sicher dass die Insel von Polynesiern besiedelt wurde und man glaubt
dass jene Segler angefangen haben Steinstatuen (eben jene Koepfe) aus dem
Vulkan zu schlagen,ueber die ganze Insel zu schleppen und auf Plattformen
(den Ahu's) aufzurichten. Sinn und Zweck und Warum es dann so Viele und
immer Groessere wurden, wie man sie transportiert und aufgerichtet hat ist
Gegenstand von Mutmassungen und Theorien. Sicher ist nur dass damals keine
Eisenwerkzeuge hatten und dass alles eine Stein-auf-Stein Bearbeitung war
wie im fruehester Vorzeit.
Nun, wenn man dann vor diesen 5-20 Meter hohen Werken steht (was mir immer
ein Wunsch und Traum war) da ueberkommt einem das Staunen und die
Verblueffung: Die Wahrheit ist gar nicht so wichtig und grosser Bewunderung
gewichen. Die Tatsache steht ueber dem Vorgang.
Die Einwohner der Insel sind echt lieb, gluecklich und freundlich. Waere
diese Vulkanische Insel nicht so abglegen auf unserer Weltkugel (3000 km
Meer in alle Richtungen) dann waer der Charme wohl einer grossen protzigen
Ferienkolonie gewichen. Der Kontakt zu den Bewohnern ist aber sehr
persoehnlich und interessant.
Neben dem Jeepausflug war ich an einem andern Tag noch Motorrad-Beifahrer
eines wilden Franzosen - meine wohl anspruchsvollste und holprigste Fahrt
jemals. Mehrmals bin ich abgesprungen und noch heute nach 5 Wochen sind die
Reste der Schwielen an meinen Haenden sichtbar. An einem Regentag war ich
ausfuehrlich im interssanten Museum (wuerd mich selbst als Osterinsel Fan
bezeichnen, war 4 Stunden drin, meine Begleiter nervten sich schon ab meiner
Ausdauer). Danach - es war Sonntag aber das aendert gar nix in RapaNui - mit
ein paar Einhemischen in Ihren Huetten um mich mit Ihnen bei ein paar
Flaschen Bier auszutauschen, sie rauchen alle gerne Hanfkraut und es waechst
dort auch recht gut (glaub ich). Man spicht Polynesisch und Spanisch auf der
Insel, gehoert Politisch zu Chile hat aber nicht viel damit zu tun und lebt
ein eigenes sehr ueberschauliches und gemuetliches Leben auf der Insel
fernab der
- r(w)estlichen Welt
und ihren (mir scheint auch bald) eher selbstgemachten und aufgeblaehten
Problemen die per Medien so gerne und schnell in blutroter Farbe in alle
Stuben gebracht werden. Nur nebenbei bemerkt: Seit ich keine Nachrichten
mehr hoere fuehle ich mich viel wohler, in meiner eigenen Welt und kann mich
um meine naechste Umgebung und deren Wohlbefinden kuemmern. Eins meiner
positivsten Erlebnisse allover! Vor lauter Baeumen.. ueber seine eigenen
Fuesse stolpern... Das Glueck im Kleinen, im Nahen. Lest wieder mal bizli
von Sidharte.
Zur Osterinsel gaebs noch viel zu sagen, beispielsweise dass sie wegen
Abholzung fast ausgerottet wurde und die Spanischen Sklavenhaendler dann
noch die letzten gesunden Leute mitnahmen. Oder zum seltsamen Birdman-kult
wo jedes Jahr ein Rennen (Art Triathlon mit Klettern auf Steilkueste,
Schwimmen im Haifischgebiet und Suchen und Rauben von Vogeleiern)
durchgefuehrt wurde um den Chef der Insel fuers kommende Jahr zu bestimmen
wozu eigens ein Dorf gebaut wurde um jaehrlich fuer diesen Wettkampf dort zu
wohnen. Daneben auch noch die grossen und imposannten Hoehlen die sich fast
Turnhallengross und Hunderte von Metern unter dem Boden durchziehen. Sie
sind nicht immer einfach zu finden aber wir hatten bei unserm
Tagesspaziergang einen Hund dabei der uns unaufgefordert (Handlung ohne
Auftrag) folgte und Guide spielte; er hat sich als Abgeltung an meinem
Sandwich vergriffen. Fuer wenig Geld kauften wir einen fangfrischen 4kg
Thunfisch der uns zwimal ein geniales Abendessen besch erte.
So sollte das Leben sein: Sonnig, Tropisch, Nett und ueberraschend Magisch
und raetselhaft abwechslungsreich Spannend...
Wie zu erwarten kam der Tag des Abflugs ziemlich rasch und ich durfte 5+13
Stunden nach Santiago und Auckland fliegen. Mit ein paar Glaeschen Rotwein
und den Erinnerungen von Rapa Nui wars zu erleben. Muehsamer dann die
Ankunft in Auckland um 4 A.M. und die strenge Quarantaenestation die mir
allen Food wegnahmen. Ich war dann auch noch 5 Stunden am Flughafen
beschaeftigt um einen guenstigen Camper fuer die naechsten 18 Tage
aufzutreiben. Irgendwie und allseits unerwartet war fast alles ausgebucht.
Meine Rettung (und die Rettung meiner doch mittlerweile gut trainierten oder
abgetoeteten Nerven fuer solche Aktionen) war KEA, ein Vermieter der mich um
10 Uhr abholte und mir einen nigelnagelneuen
- Toyota Hiace Campervan
von Auckland nach Christchurch vermietete.Ich fahre los, auf der linken
Strassenseite und rechts Gesteuert natuerlich und fuehl mich anfaenglich
bizli gefordert aber es geht. Mehr gefordert hat mich der
- Kulturschock.
Nach 4 Monaten Suedamerika, seinen Muehen und Annehmlichkeiten fuehlte ich
mich wie in eine neue Welt geschleudert. Die Spassgesellschaft, der
Wohlstand, die teuren Preise und das felhende Spanisch wurden mir eher
undergruendig und schleichend bewusst. Im Nachhinein muss ich sagen dass ich
die ersten Tage eher ein bisschen umhergeirrt bin und mich gar nicht so
ueber meine gewonnene und lang ertraeumte Freiheit im eigenen fahrenden Heim
freuen konnte. Das Schlimmste war der Einzige zu sein der sich in einer
neuen Kultur befindet, sich komisch fuehlt und sich diese Sinnfragen stellt,
waehrend alle um mich herum in ihrer gewohnten Welt lebten und alles ganz
normal fanden und sich auch so auffuehrten. Auch ploetzlich alleine im
Camper unterwegs, volle Wegfreiheit, keine herausfordernden Diskussionen und
Probleme aber auch keine Sitznachbaren mit spontanen und ausfuehrlichen
Gespraechen auf langen Busfahrten mehr. Zum Glueck sind
- die Neuseelaeder
ein auesserst freundliches, hilfsbereites und aufgeschlossenes Volk.
Freakige Sportarten die einen Kick versprechen (zB Bungee) sind an der
Tagesordung und werden von Jung und Alt betrieben. Das Angebot ist
gingantisch und sehr phantasiereich. War aber nichts fuer mich da einfach zu
teuer und nicht der Sinn meiner Reise. Ich interessiere mich weiterhin eher
fuer Kultur, Natur, Leute und Lebens-weisen und -einstellungen.So freute es
mich sehr dass ich ueberall willkommen geheissen wurde und man ein paar
Worte mit mir wechseln wollte. Die Kiwis (ist ein schwarzer, seltener und
fluegelloser Vogel aber auch die Bezeichung fuer die Einwohner von
Neuseeland) sind sehr stolz auf die Vielfalt ihres Landes und lieben es
darin herumzureisen. NZ ist perfekt um mit einem Campervan unterwegs zu
sein, das ganze Land ist gut dafuer ausgerichtet. Das Strassennetz ist
auesserst gut und wenig befahren, ueberall Hinweistafeln fuer Touristen,
ueberall Park- Rast- Aussichts-plaetze. Wild Campe n (meine Passion..) ist
super einfach und ueberall erlaubt. Die 18 Tage und ihre Highlights fuer
mich waren (und es gaebe noch viel mehr zu sehen, ich liebe Neuseeland) nach
meinem eher zu erarbeitenden Einstieg wie oft schon bis jetzt zu schnell
vorueber Meine persoehnlichen Highlights in chronologischer Reihenfolge
(selbst nach 5 Monaten rumlungern habe ich noch Reste von Logik in mir die
es erlaubt erlebtes sinnvoll im Gehirn abzulegen/einzumachen):
- Bay of Islands
Noerdlich von Auckland und ziemlich friedlich gibts eine Insellandschaft von
Hunderten vorgelagerten Inseln an der Ostkueste NZ. Panoramas und
Bilderlandschaften vom Feinsten mit super sandigen Straenden und Huegelchen
voller gruenster Pflanzenvielfalt. Man sollte unbedingt den Rangikapiti
Huegel (auf-)suchen. Ein traumhafter 360 Grad Rundblick vom Maori
Befestigungshuegel lohnt alle Suchmuehen. Am besten fragen, Fragen kostet
nix und ist oft erblueffend ergiebig. Das erste NZ-Bier im Pub wurden mir
auch gleich spendiert weil ich ja von so weit her komme... ein netter
Einstieg. Vis-a-Vis auf der Westseite des Nordend der Nordinsel sind die
beruehmten
- Kauri-Baeume im Waipoua Nat.park
Selten hab ich in meinem Leben so gestaunt! Baumriesen! 2000 Jahre alt und
50 Meter hoch stehen dort majestaetisch und erhaben jene Kauris mit ihren
ueber 5 Meter dicken Baumstaemmen. Erfuerchtig blieb mein Blick und Geist an
diesen Baeumen kleben. Ich konnte mich kaum davon loesen und hatte wieder
mal das Gefuehl was mich fast zum Wahsinn oder Traenen treibt, wie ein
kleines Kind welches eine neue Erfahrung im Leben kaum glauben und ertragen
will. Bizli kopfschuettelnd ob der Zeit- und Raum- Dimensionen musste ich
mich losreissen und mich weiter ziehen lassen. Vorher den Baum um Rat
gefragt: "Investiere in deine Basis, in den Stamm" hat er gemeint, dies ist
das Geheimnis eines langen, stabilen und gluecklichen Lebens. Andere Baeume
die schnell gross und breit werden wollen vermoegen den Stuermen des Lebens
nicht zu trotzen. Die Kauris hingegen, mit ihren dicken Staemmen, haben
Potential und machen nur soviel Blattwerk wie gerade noetig um gut
vorwaetszukommen. Diese alten und weisen Baeume,was er wohl alles erlebt hat
und weiss - er schweigt. Ich besichtigte am naechsten Tag noch das Kauri
Museum in Matakohe (echt gross und gut) und machte mich auf den Weg zu den
- Waitomo Glowworm Caves.
Wieder ein zum Staunen und zum Fragen Erlebnis. Fuer 20 NSD nicht ganz
billig aber gut investiertes Geld. Ich fuehl mich geradezu magisch angezogen
von leuchtenden Tieren (Biolumineszenz) wie z.B. Gluehwuermchen, Plankton,
Fische, Quallen. Nun steigt man also im zu 20er Gruppen gestaffelten
Touristenstrom in eine Tropfsteinhoehle hinab (Lord of the Rings Gefuehle)
und faehrt dann mit einem Boetli im unteririschen Fluss. Ueber einem
haengend eine Sternenlandschaft von Gluehwuermchen, Tausende, Millionen von
gruenen Puenktchen. Das Leuchten kommt von den Larven welche 9 Monate in
dieser Hoehle verbringen und dabei Faeden (Spinnennetz-Prinzip)
runterhaengen lassen und durch das ausgestrahlte Licht vom Fluss in die
Hoehle getriebene/verwirrte Insekten anlocken. Die Insekten bleiben an den
Faeden kleben, werden eingezogen und gefressen. Scheinbar perfekte
Organisation und Taktik: Praktisch und Einfach. Der Lebensablauf dieser
Larven ist erblueffend und eher tragisch: Nach 9 Mon aten Larvenstadium und
kurzer Verpuppungsphase entsteht eine Fliege mit einer Lebenserwartung von
gerade mal 3 Tagen. (Ein lang andauernder Bau eines
Einweg/Wegwerf-Flugwesens). Die Fliege hat naemlich keinen Mund und nimmt
keine Nahrung auf. Ihre einzige Aufgabe ist Paarung um dann in der Hoehle
viele Eier abzulegen womit sich der Kreis schliesst. Man denkt: Der Weg ist
das Ziel... War schoen und eindruecklich, wurde gut erklaert und im anbei im
preisgekroenten Museum gut vertieft. Nach Naechtigung irgendwo unterwegs auf
einem Huegel gings weiter nach
- Rotorua zu den Hot Springs und Geysiren
Man faehrt in die Region herein und bemerkt zuerst dass es bizli stinkt und
dass ueberall Rauch aufsteigt als wie wenn grossflaechig gebrennt haette.
Ich musste sofort anhalten und zum ersten Mal im Leben "den Atem von Mutter
Erde" bestaunen und riechen (hat ganz schoen Mundegeruch..). In Rotorua
lernte ich Wiki kennen, ein Native Maori wie die Eingeborenen hier heissen.
Mit seinen Freunden fuhren wir zu einem
- natuerlichen Hot Pool.
Das funktionniert folgendermassen: An einem kleinen Teich kommen zwei Baeche
zusammen: Der Eine ist heiss, der Andere kalt. Die Wasser vermischen sich
und man kann darin baden. Je nachdem wie man sich darin verschiebt kann man
die Badetemparatur regulieren. Ich liess es mir nicht nehmen das
nachmittaegliche Bad (mein erstes warmes Bad seit 5 Monaten Reise) Nachts
bei Mond- und Sternenhimmel nochmals zu wiederholen. Mit Kerzenlicht, Bier
in der Hand, lustigen Locals (es ist seit jeher Trend unter den Jungen
Partys in diesem Pool zu feiern) und Sternschuppen. Wiki sei Dank...
Schoenerweise erlebt
- die Maori Kultur
ein Revivel in NZ. Man hat wohl gemerkt dass der westliche Wirtschaftseifer
nicht das Mass aller Dinge ist und viele Probleme nach sich zieht. So wird
vermehrt und verstaerkt auf alte Werte und Lebens-weisen/-wissen der
Ureingeborenen zurueckgergiffen. Man unterrichter die Maorisprache in
Schulen, es gibt Radioprogramme und Zeitschriften. Viel Landbesitz in NZ ist
noch immer in Maorihaenden was uebermaessigen und unueberlegten Landverbau
ver- und behindert. Die Maoris sind so eine hoch angesehene Minderheit in
Neuseeland, ganz im Gegensatz zu vielen Indianern Amerikas und Australiens.
Die Natur- und Umweltbewusstheit der Kiwis ist super und vorbildlich. Hut
Ab. Am naeschsten Tag (ja, meine Erlebnisse in NZ folgten Schlag auf Schlag)
besichtigte ich den
- Wai-O-Tapu Thermal Wonderland Park
Der beruehmte Lady-Knox Geysir bricht jeden Tag puenktlich um 10.15 aus,
kurz nachdem ein Helfer ein Kilo Seife in den Schlund des Geysiers gibt um
die Viskositaet der untergruendigen Wasscherschichten zu brechen und die
Schichten zu mischen und den Siedeprozess zu starten. Als Resultat schiesst
eine bis zu 20 Meter hohe Wasserdampffontaene in den Himmel und erfreut
taeglich viele Touristen. Bei meiner Session kam gleichzeitig ein Platzregen
vom Himmel. Wasser von oben und unten.. Ein Spaziergang im Park war mein
zweites Tageshighlight: farbigste Landschaften von Kratern und lustige
Treppenbaechlein mit 100enden von Stufen. Schlicht gesagt dampft, raucht und
blubbert die ganze Gegend um Rotorua. Wegen der duennen Erdschicht und dem
aufeinandertreffen zweier Tektonischer Platten (Pazifische/Australische)
entstehen taeglich neue Krater und Alte versiegen. Es ist in Rotorua nicht
unueblich im eigenen Garten einen HotSpring zu haben und ihn zum Baden zu
nuetzen. Neuseeland ver zichtet freiwillig auf Atomenergie und hat dafuer
(auf der Hand liegende)
- Erdwaermekraftwerke.
Dabei werden in kilometerlangen Leitungen dampfende Krater um ihren
Wasserdampf angezapft und zentral zusammengefuehrt was recht spektaktulaer
aussieht. In einer Art Dampfturbine wird Energie erzeugt. Die Anlage kann
besichtigt werden, eindruecklich und bizli loco die endlosen silbrigen
Roehren die von ueberall herkommen. Ein weiterer (und endlich mal)
Gratispark ist
- Craters of the Moon bei Taupo.
Man spaziert in einem grossen Vulkankrater (etwa 1km) worin sich zahlreiche
dampfende kleine Krater befinden. Endzeitmondstimmung, Armageddon. Nur
spezielle Flachse und Moose koennen bei diesen Daempfen und Temparaturen
ueberleben. Auf einer Fahrt ueber die Desert Road wos aussieht wie in den
(z.T.) kargen Anden Suedamerikas sieht man die
- 3 grossen und schneebedeckten Vulkane des Tongariro Nat.park.
Eine Besteigung der Vulkane waere fuer Rahmensprengend gewesen und ist im
Winter eine Alpinistenherausforderung mit Steigeisen und Eispickel. Viele
Vulkane in NZ sind aktiv und brechen auch alle paar Jahrzehnte aus, meist
nach kurzer Vorwarnung, was vom Wissenschaftlern staendig gemonitort und
ueberwacht wird. Der einzige Momentan z.Zt. rauchnende Vulkan befindet sich
auf einer Insel einige Kilometer von NZ weg. Mein Weg brachte mich nach
Wellington und zu Bettina. Zusammen sind wir naeschstentags auf die
- Suedinsel Neuseelands uebergeschifft.
Die Faehre ist teuer und dauert nur drei Stunden, man kommt in Picton an.
Wir fuhren nach einer Besichtigung des sehr ueberschaulichen Dorfes auf
einer winding-road nach Nelson was auch ueberschaubar ist um in dessen Naehe
einen Nachtplatz zu finden (natuerlich wieder wild..) Naechstentags eine
kurze Fahrt zum
- Abel Tasman Nat.park
um anstatt der vorgschlagenen 3 Tagestour einen Nachmittagspaziergang zu
machen. Sehr schoene Landschaft mit Palmen und Farmen und langen buchtigen
Straenden. Bei mehr Zeit wuerde ich gerne den ganzen Treck machen und in den
bereitgestellten Huetten uebernachten. Aber wie oft schon auf meiner Reise:
Etwas uebriglassen fuer spaeter... Wir flitzen mit dem Camper eine Stunde
nach Sueden um am
- Lake Rotoroa
zu naechtigen. Dies war glaub das vierte Mal als ich meinen Camper im Sand
eingegraben habe und wie immer waren auch sofort die lieben hilfsbereiten
Kiwis zur Stelle um anzuschieben. Der Platz am See war sehr idyllisch mit
weissen Bergen im Hintergrund, echt schweizerische Heimatgefuehle kamen
auf.. Naechstentags nicht zu spaet um 9 Uhr weiter nach
-Westport
um der Seal-Kolonie (Seehunde, Robben) einen Besuch abzustatten. Bettina und
ich fragten uns ob sie wohl auch da sind und wolltem den LonelyPlanet
andernfalls zur Rechenschaft ziehen weil er es ja versprochen hat. Es waren
genuegend zur Stelle und sie lagen auf den Felsen unter uns, sangen oder
spielten. Wenig Suedlich davon befindet sich
- Punakaiki mit den beruehmten Pancakerocks und den Blowholes.
Erstere sind wieder ein kleines Wissenschaftsraetsel denn man fragt sich wie
die lustg geschichteten Steinformationen am Meeresrand zustande kamen.
Sicherlich sind Ablagerungen aus dem Meer wie Muscheln und Fischreste fuer
die harten Schichten zustaendig (mit Zeit und Druck gepresst wie immer in
der Geologiekreislauf: Vulkan <-> Sedimentgestein) aber die luftig leichten
Schichten dazwischen welche ausgewaschen werden und so die Pancakeformation
ausmachen sind unerklaert. Das ist auch voll egal, denn: es war echt schoen
anzusehen...
Die Blowholes sind Kamine im Stein welche bei Flut (drum unbedingt bei Flut
hingehen, gell Mam und Edi!!) von Wellen angespuelt werden und dass Wasser
in Gischt etwa 40 Meter mit zischendem Gerauesch in den Himmel schiessen
lassen (20 Meter durch Kamin im Fels, 20 Meter in Luft). Fuer mich als
Wasserelementfan ein reines Verguegen. Bettina und ich waren uns einig dass
dies unser bisheriges Highlight war. Wir sind Anderntags am Morgen genau zur
Flut dorthin nach einer kurzen Besichtigung am Vorabend und einer weiteren
Nacht im Camper, diesmal direkt am Meer. Die
- Waiuta Geisterstadt
ist eine abgelegenen (15km schlechte Kiesstrasse) ausgestorbene Sadt, einst
ein Goldgraeberparadies. Der dortige Huegel wurde mit Stollen (maximal 800
Meter Tief und bis 200 Meter unter die Meeresoberflaeche) ausgehoelt und das
Dorf florierte bis in die 50er Jahre als der Stollen unrettbar einbrach.
Kurz darafhin sind alle Einwohner wegezogen und man sieht heute auch nicht
mehr viel. Die Fahrt durch den Wald nach Waiuta war wohl das Beste am
Ausflug, Gruen gruen gruen wie meist in NZ.
- Hanmer Springs
Nun, Hanmer Springs ist ein Skiort und hat eine Thermalquelle mit einem
grossen Bad. Wir haben uns nach all den Tagen und Erlebnissen ein warmes Bad
und eine heisse Dusche verdient und fanden am Abend einen schoenen Platz im
Wald hinter der Forestry. Das Bad kam sehr gelegen und das Dorf ist in
schoener Bergumgebung gelegen und trotzdem haette ich mir mehr vom
beruehmten Hanmer Springs versprochen, war glaub halt auch bizli verwoehnt
von den Quellen und Baedern rund um Rotorua auf der Nordinsel. Nachts
regnete es stark und anderntags wars -wie ein Wunder- Sonnenklar. Das half
unserer Fahrt nach
-Christchurch,
wo wir auf den Port Hill eine sehr schoene Aussicht auf Christchurch und die
Seen kriegten und bizli rumspazierten und Huegel erkletterten. Abends fuhren
wir auf die Banks Peninsula um abermals einen ruhigen Platz zu finden.
Wiedermal vergrub sich unser Camper im feuchten Gras und konnte durch Kies
und Stossen befreit werden. Jaja, ich bin bizli zu optimistisch jeweils beim
parken und Nein, der Camper ist nicht sehr Offroadtauglich wie meine lieber
4*4 VW-Bus Paulchen daheim. Am naechsten Tag voll rein ins Zentrum von
Wellington, dann wieder bizli raus in den Botanischen Garten um doch noch
einen Parkplatz zu finden. Die Stadtbesichtigung (ich suchte vergeblich
einen Ersatz meines Kaputzenjaecklis welches im Begriff ist mich zu
verlassen wegen Loecher und defektem RiRi nach doch so treuem und 5 Monaten
fast 24 stuendigem Dienst) war sehr nett. Christschurch ist schoen und das
Museum haette mehr Zeit verdient als uns blieb da es um 17 Uhr schliesst.
Bettina musste dann leid er schon bald auf den Flughafen und ich hab eine
letzte Nacht im Camper verbracht um ihn am naechsten Tag unkompliziert und
grob gereinigt der KEA zurueckzubringen. Insgesamt habe ich stolze 3800 km
abgefahren und mir versprochen irgendwann nach NZ zuruekzukommen. Kea
brachte mich nettwerweiese noch auf den Flughafen. Ich fliege wieder mal ab,
diesmal nach
- Sydney Australia
wo Roefe mit offenen Armen schon auf mich wartete. Das Wiedersehen nach 5
Monaten war sehr schoen und wurde sehr stark begossen. So stark dass ich am
naechsten Tag schreckliche Zustaende verspueren musste... Machte aber nix da
wir in Kings Cross, in der legendaeren beruehmt beruechtigten Tiefgarage im
2ten Stock im Car Market unseren neuen Camper sehen und kaufen, von Wouter
aus Holland fuer 5000.-. Wir sind nun schon in Mt. Gambier wo wir gestern
den Campervan auf unsern namen resgistriert haben und haben die Great Ocean
Road abgefahren. Von den Koalas, Kangaroos, Emus und sonstigen Wesen
erzaehle ich euch gerne das naechste Mal.....
Machts Gut, freut euch des Lebens denn froh zu sein bedarf es wenig.
Euer immer weiter ziehender Andi